Das aktuelle Interview
Edmund Geisen: Ampelkennzeichnung führt uns alle in die Irre
(Daun) Edmund Geisen, FDP-Bundestagsabgeordneter und liberaler Wahlkreiskandidat aus Daun, erläutert, warum die sogenannte Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln irreführend ist und er statt auf politische Steuerung des Konsums lieber auf gesundes Urteilsvermögen der Menschen setzt.
Herr Geisen, Sie lehnen die sogenannte "Ampelkennzeichnung" von Lebensmitteln ab. Wieso eigentlich?
Geisen: Weil sie uns alle in die Irre führt - ein simples Beispiel: Gummibärchen erhielten drei grüne und lediglich einen roten Punkt. Damit wird dem Käufer doch suggeriert, sie seien vergleichsweise gesund! Völliger Unsinn... Sie sehen, Lebensmittel lassen sich nicht so einfach aufgrund ihres Fett-, Salz- oder Zuckergehaltes in Gut (grün) oder Schlecht (rot) einteilen. Hier spielen wesentlich mehr Faktoren eine Rolle. Viele Produkte würden zudem einander widersprechende Bewertungen erhalten: Speiseöl aus Raps würde z.B. mit zwei roten und zwei gründen Punkten gekennzeichnet. Das verursacht doch nur Verwirrung und ist keine Entscheidungshilfe beim Einkauf.
Aber wie wollen Sie erreichen, dass sich die Menschen gesünder ernähren?
Geisen: Sicherlich nicht durch staatliche Bevormundung: Wissen Sie, ich möchte auch gerne weiterhin meinen Sonntagsbraten essen dürfen! Aber nun im Ernst: Wir wollen keine politische Steuerung des Konsums. Wir setzen auf mündige Bürgerinnen und Bürger, die selbst entscheiden können, was gut für sie ist. Gesundes Urteilsvermögen, Transparenz - z.B. durch konkrete Nährwertangaben - und Produktvielfalt können viel mehr bewirken als die "Ampel". Und ganz wichtig ist es, die Aufklärung über gesunde Ernährung zu verbessern - und das schon in Kindergarten und Schule. Darum liegt mir auch so viel daran, das EU-Schulobstprogramm endlich in Deutschland zu starten.
Was wollen Sie sonst noch für den Verbraucherschutz tun?
Geisen: Wie gesagt, mir ist der Zugang zu Informationen und eine umfassende Verbraucherbildung ganz wichtig. Nur so können Verbraucherinnen und Verbraucher im Markt gestärkt werden. Deshalb muss das Angebot unabhängiger Beratung und Information, wie sie die Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest liefert, ausgebaut und langfristig finanziell abgesichert werden. Das Verbraucherinformationsgesetz muss auf alle Produkte und Dienstleistungen ausgedehnt werden. Beim Schutz vor Kreditverkäufen oder bei den Fahrgastrechten werde ich mich für eine bessere rechtliche Absicherung des Verbrauchers einsetzen.










